Vita Bergen – Retriever [Album-Review]

„Aller Anfang ist schwer!“, hören wir in Verbindung mit neuen Herausforderungen.  Musik hat jedoch oft ihre ganz eigenen Gesetze. So ist nicht das Debüt der schwierigste Schritt für jeden Musiker, sondern welche Wege mit dem zweiten Album eingeschlagen werden. Meist bestimmen diese Wege den gesamten Werdegang einer Band. Erfindet man sich neu? Bleibt man sich treu? So viele Fragen stellen sich einem und alle sind sicherlich nicht leicht zu beantworten. Es ist eine Bewährungsprobe, an der schon einige gescheitert sind. Vita Bergen haben mit Retriever diesen schweren Schritt hinter sich gelassen!

Vita Bergen sind Kind der tiefverwurzelten schwedischen Indie-Rock-Kultur. Nach der Gründung 2010 veröffentlichen die Jungs 2015 mit Disconnection ihr Debüt. Viel Hall, melodische Gitarren, klirrende Synthies sowie wechselnde Stimmungen aus zart und ausgeflippt prägen ihren Sound. Ihr zweites Album Retriever tritt in die Fußstapfen von Disconnection. Vita Bergen suchen nicht die krasse Neuerfindung, sondern machen erstmal da weiter, wo sie aufgehört haben.

Retriever klingt dabei jedoch viel mehr nach Indiepop. Die Band um Frontmann und Produzent William Hellström scheinen mit ihrem Album doch eine Veränderung angestrebt zu haben. Diese Entwicklung manifestiert sich besonders im Aufbau des Albums. Die ersten drei Songs Nixon, Under The Sun und Brand New Day hätten so auch auf Disconnection sein können. Mit dem passenden Titel des vierten Tracks Transmission wird dann ein Wechsel eingeleitet. Man spürt förmlich wie Vita Bergen ihren Zuhörer auf etwas Neues vorbereiten wollen. Und dann ist es passiert. Man befindet sich wirklich in Retriever.

Insgesamt haben Vita Bergen mit Retriever eine logische Fortsetzung ihrer Musik gefunden, ohne dabei vollkommen in alten Mustern zu verharren. Einen ganzen Song der Ablöse von Altem zu Neuem zu widmen, ist wohl keine übliche Methode für Bands und macht dieses Album wohl zu einem der spannendsten in diesem Sommer!

Patrick Salmen

Ich bin 23 Jahre, Student an der Uni Kassel, Musiker und Musikgenießer! Meine Lieblingsmukke bewegt sich irgendwo zwischen modernem Pop und klassischem Rock'n'Roll. Von mir könnt ihr immer Berichte und Reviews zu guten Bands aus dem Indie-Rock und Britpop erwarten.

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