Mykket Morton – „New World“ [Album-Review]

Gerne schmücken sich junge Bands mit dem Label “DIY”. Klingt es doch so frisch, so ehrlich, so unverbraucht und nahbar. Leider ist die zur Schau gestellte Eigenständigkeit am Ende aber oft nichts als eine Schublade um schrammelig produzierte Musik zu verscherbeln. Dass zu dieser beim genauen Betrachten “FBO – faked by others” deutlich besser als DIY passen würde, spielt kaum eine Rolle.

Außer es kommt eine Band daher, die eben doch jenes Ideal ganz hoch hält und wirklich alles in ihrer Macht stehende tut, um vom ersten Satz der Texte bis zum letzten Take im Studio die volle Kontrolle zu behalten. Eine Band wie Mykket Morton.

Einst als Duo mit Cello und Gitarre gegründet erforscht die Kasseler Band seit 2015 zu viert die musikalischen Grenzen zwischen Originalität, Ehrlichkeit und Eingängigkeit mit Musik, die wohl vielerorts der Einfachheit halber als “Folk” abgetan würde.

“Wir machen Musik mit dem Herzen und schreiben Texte mit der Hand. Unser Leben ist oft durcheinander. Es gibt nichts, was es nicht gibt – Weinen, Lachen, Schreien, wütend oder albern sein. Unser Ziel ist erst erreicht, wenn das, was wir machen, die Menschen erreicht.“

Das Mykket Morton aber viel mehr als dieses, dank fleißiger Radio-Produzenten in den letzten Jahren zum glatten Massenprodukt verunglimpfte, Genre machen, beweisen sie auf ihrem Debütalbum “New World”, welches in vollständiger Eigenregie entstand und über ein eigens gegründetes Label seinen Weg in die Ladentheken fand.

Zwölf Songs sind darauf gepresst – chronologisch ihrer Entstehung nach. Allesamt fein arrangiert, melodiös und trotzdem tanz- und vor allem nahbar. Keine überflüssigen Filter, kein vorsichtig geleveltes Mixing für die gewollten Radio-Plays. Stattdessen eine ungeschönte Bestandsaufnahme und Rekapitulation der Entstehungsgeschichte eines jungen Projektes, das sich nicht verbiegen will.

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

2 thoughts on “Mykket Morton – „New World“ [Album-Review]

  1. Ich bin eigentlich ständig dabei, neue Musik zu entdecken und auch von Zeit zu Zeit in Genres einzutauchen, mit denen ich bisher nicht wirklich etwas zu tun hatte.
    Deine Beschreibungen der Band klingt nach etwas, was ich mir auf jeden Fall einmal anhören möchte. Ich bin gespannt.
    Liebe Grüße, Finnja

    Gefällt 1 Person

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