DePresno im Häkken Club in Hamburg – [Konzert]

Es gibt viele großartige Möglichkeiten seine Woche zu beginnen und die Montagsmelancholie zu kompensieren – auf ein Konzert gehen ist eine davon. Ein Montagabend auf der Reeperbahn, irgendwo zwischen Leuchtreklamen und Kieztouristen, mit dem Versprechen auf einen baldigen Frühling zeigt sich Hamburg mal wieder von seiner schönsten Seite und wir stolpern in freudiger Erwartung in den fast leeren Häkken-Club, zwei Moscow Mule bitte.

DePresno, gerade einmal zarte 20 Jahre jung und schon mit der ersten eigenen Debüt-EP „Forever“ auf Europatour, während andere Jungs in seinem Alter gerade mal zum Saufen auf Abifahrt nach Lloret fahren. Wir haben große Erwartungen an den ausgiebig gefeierten norwegischen Newcomer in der Inide-Pop-Szene, und wir werden nicht enttäuscht. DePresno selbst erinnert ein wenig an Ron Weasley aus Harry Potter, ein etwas stämmiger Rotschopf mit gemustertem Hemd und viel Humor.

DePresno auf der Bühne des Häkken Club

Seine eindringliche und warme Stimme entführt uns in eine elektronische Klangwelt, durchzogen von aparten Gitarren und unterlegt mit ruhigen Drums. Zeitlose Geschichten über Liebe, Verletzlichkeit und Verlust verschmelzen mit pulsierenden Synthesizern zu urbanem Pathos. Umhüllt von fragilen Pianoklängen singt er mit zitternder Stimme: „I don’t know what to say when I see you now. I don’t know how to say that I need you now. I know you know that love is running, running, running faster than my head.“(Souvenir).

Die ganze Debüt-EP, auf der der junge Norweger die Fernbeziehung zu seiner Freundin verarbeitet hat, trifft absolut den Zeitgeist seiner Generation. Ausgeklügelte, musikalisch-komplexe Synergien treffen auf emotionsgeladene Texte. Ein bisschen gewagt, aber durchaus nicht abwegig könnte man dePresno als den neuen Chet Faker feiern, nur mit weniger Haaren im Gesicht und nicht ganz so viel Erotik in den Lyrics. Dieser junge Herr ist auf jeden Fall mal wieder ein Beweis dafür, dass das Booking-Team des Reeperbahnfestivals einen sehr guten Riecher hat, was Newcomer angeht. Und auch wir sagen, das Hype-Potenzial ist groß – wir sehen uns spätestens im nächsten Jahr auf ein paar Festivals wieder. In der Zwischenzeit würden wir uns natürlich über ein Feature mit Chet Faker freuen.

Hanna Rose

Wahl-Hamburgerin mit einem Faible für Gin und Anglizismen.

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