Giant Rooks auf dem Eurosonic Noorderslag – [Interview]

Mitte Januar fand in Groningen mit dem Eurosonic Noorderslag das Festival für die europäische Newcomerszene statt. Natürlich waren auch wir da und haben mit einer Reihe der Künstler über ihre Musik und Projekte gesprochen. Mit dabei war auch eine der vielversprechensten Newcomerbands für 2017 – Giant Rooks.


Das Eurosonic Noorderslag ist ein Showcase Festival. Viele Businessmenschen stehen im Publikum und suchen nach den Acts für die kommenden Jahre. Erhofft ihr euch etwas Spezielles von eurem Auftritt? Viele Bands kommen ja hierher um quasi den nächsten Schritt zu machen? 

Finn: Wir freuen uns natürlich total, dass wir hier spielen dürfen.

Jonathan: Es ist ja auch das erste Mal, dass wir auf einem internationalen Festival spielen. Bisher haben wir immer nur in Deutschland auf Festivals gespielt. Das Reeperbahnfestival ist zwar auch ein Showcase-Festival und international aber das Eurosonic hat dann schon noch mal eine größere Reichweite, weil es ebn auf ganz Europa bezogen ist. Wir sind auf jeden Fall gespannt!

Finn: Wir haben jetzt keine super hohen Erwartungen. Wir sind nicht mit dem Gedanken hierher gekommen, irgendwas Bestimmtes erreichen zu wollen, sondern freuen uns einfach auf einem internationalen Festival spielen zu dürfen. Unsere Show wird sich nicht anderen Konzerten unterscheiden.

Ihr habt irgendwann mal in einem Interview gesagt, dass ihr generell lieber in Clubs spielt als auf Festivals. Warum? Und wie steht ihr dem heutigen Abend gegenüber, denn hier ist das ja eher so ein Mischmasch? Die Konzerte sind zwar in einem Club aber die Leute kommen nicht speziell wegen euch. 

Finn: Das was wir damals gesagt hatten war eher bezogen auf Open-Air und wie die meisten Festivals konzipiert sind. Im Club liegt die Aufmerksamkeit eben mehr auf der Band selbst und der Musik. Ob wir jetzt als Vorband spielen oder eine eigene Show. Da haben die Leute ein offeneres Ohr als wenn sie auf einem Festival schon zehn Bands vorher gehört haben. Was jetzt nicht heißt, dass wir Festivals nicht gerne spielen, aber der Vibe der in einem Club ist, entsteht häufig auf einem Festival nicht so. Wir haben auch immer eher das Gefühl, dass unsere Musik besser funktioniert wenn es dunkel ist. Und wenn man früh auf Festivals spielt, ist das eben nicht so. Die Atmosphäre passt im Club einfach besser.

Jonathan: Es ist natürlich beeindruckend, wenn man auf wesentlich größeren Festivals spielt, das hat auch noch mal seinen eigenen Reiz, weil so natürlich noch mal wesentlich mehr Menschen vor der Bühne stehen als im Club. Aber wie Finn schon gesagt hat, im Club ist der Vibe einfach ein bisschen ehrlicher.

In Deutschland werdet ihr als eine der besten Newcomerbands für 2017 gehandelt. Manche von euch gehen noch zur Schule und machen im Frühling Abi. Was jetzt spannend ist: Was passiert danach? Wollt ihr euch komplett auf die Musik konzentrieren oder gibt es Stimmen, die ein Studium anfangen? Und in wie weit hängt das jetzt davon ab wie sich in den nächsten Monaten alles entwickelt?

Finn: Eigentlich ist es schon unser Ziel, dass wir das Ganze komplett durchziehen. Wir glauben, dass es eigentlich keinen Sinn macht, zweigleisig zu fahren. Wir wollen auch einfach super viel touren, womit wir ja dieses Jahr auch schon begonnen haben. Dann können wir auch noch mehr in der Woche und außerhalb der Ferien spielen, weiter Sachen aufnehmen, neue Sachen machen – da bleibt dann gar keine Zeit mehr um noch was parallel zu machen.

Und wie organisiert ihr das bisher? Ihr spielt wirklich nur am Wochenende und in den Ferien? 

Finn: Nee, heute ist ja auch nicht Wochenende. Wir fahren also gleich nach dem Auftritt die zwei Schüler wieder zurück nach Hamm, damit die morgen zur Schule gehen können. Und das ist echt häufig so. Es ist auch schon passiert, dass wir dann um halb 7 morgens wieder in Hamm waren und die anderen direkt zur Schule mussten. Wir wechseln uns dann ab mit fahren und die anderen können dann hinten im Bulli schlafen. Sowas kommt eben mal vor, weil wir eigentlich alle Möglichkeiten nutzen wollen, die sich irgendwie bieten.

Jonathan: Meistens müssen die beiden dann auch früher von der Schule los, damit wir rechtzeitig beim Konzert sein können, aber mittlerweile ist das auch kein Problem mehr. Da haben die Lehrer meistens Verständnis.

Für euch ist es aber kein Konzept, dass ihr einfach mal zu dritt spielt?

Finn: Ne, also wir sind eine Band und das steht gar nicht zur Debatte.

In einer Woche kommt eure neue EP “New Estate”. Warum wieder eine EP und keine LP? Jetzt wäre ja eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt für etwas großes gewesen, schließlich bekommt ihr jede Menge Aufmerksamkeit.

Finn: Weil wir das Schritt für Schritt machen und uns Zeit nehmen wollen. Denn so ein Album, das ist ein mega Ding. Und gerade bei einem Debüt-Album muss alles hundertprozentig klar sein. Wir haben uns die Frage auch gestellt und es war grenzwertig. Haben uns dann aber eigentlich relativ schnell dazu entschieden erst noch mal ‘ne EP zu machen und das Step by Step zu entwickeln und nicht zu denken, „oh, jetzt ist gerade ein bisschen Aufmerksamkeit da, jetzt müssen wir ganz schnell ein Album machen“.

Es wird ja aber häufig gesagt, das zweite ist das schwerste Album. Keine Angst, dass ihr mit der EP schon ein bisschen Pulver verschießt?

Finn: Hm ja, das wird sich dann zeigen. So weit sind wir in unseren Überlegungen noch gar nicht. Wir spielen erstmal die Tour und machen neue Sachen, veröffentlichen die EP und alles weitere ist echt noch total vage.

Wir sind gespannt!

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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