Blondage – Blondage [EP-Review]

Vor knapp einem halben Jahr hieß es “Adé Rangleklods und hallo Blondage”. Das Electro-Pop Duo, das aus Esben Andersen und Pernille Smith-Siversten besteht, verkündete einen radikalen Neustart mitsamt Namensänderung. Sie bräuchten das, um sich weiterentwickeln und verändern zu können, sagten die beiden. Fünf Monate später ist es jetzt soweit und es erscheint die erste selbstbetitelte Platte von Blondage und laut Pernille soll sie voll sein von “edgy electro pop”.blondage_epAlso heißt es auf “Blondage” weg vom Avantgarde hin zum Mainstream? Nein, nein, ganz so einfach ist das Mini-Album der beiden Dänen nicht gestrickt. Klar, schon ihr zweites und letztes Album als Rangleklods, “Straitjacket”, hat sich mit eingängigen Refrains und sehr tanzbaren Beats teilweise behaglich an den Mainstream angeschmiegt. Da konnte die Ankündigung einer noch poppigeren Platte erstmal ein wenig Angst machen.

Aber wollen Blondage sich jetzt komplett dem Strom anpassen? Wollen sie einfach nur noch von Mate und Gin geschwängerte Studenten in Szene-Clubs zum Tanzen bringen? Definitiv nicht! Auch wenn “Lucky Black Skirt”, “FLF” und gerade “Dive” deutlich leichter zu verdauen sind als der ein oder andere Klassiker vom Rangleklods Erstlingswerk “Beekeeper”, so kann Esben Andersen es dann scheinbar doch nicht lassen seine – nennen wir es “charakterstarken” – Sounds vorsichtig in diese drei Blondage-Tracks mit einzumixen.

In den übrigen beiden Songs der EP lässt er dann zum Glück auch noch das “vorsichtig” fallen: In “BEG” gibt’s erst schwere langsame Drops im Intro, dann verzerrte Vocals von Esben, gepitchten Gesang von Pernille und einen minimalistischen aber trotzdem verworrenen Beat darunter. Danach schleicht sich “Pray” in der ersten Minute zwar als vergleichsweise lieblicher Electro-Pop an, stürzt sich dann aber innerhalb von einer Sekunde in einen fiesen Trap-Beat, der die Tanzflächen der meisten Studenten-Clubs wohl erstmal kurz gefrieren ließe.

Mit dieser EP beweisen Esben und Smith-Siversten mal wieder, dass sie eigentlich längst dem Status des ewigen Nischen-Geheimtipps entwachsen sein und im Mainstream angekommen sein müssten. Gerade weil sie scheinbar einfach keine Platte machen können, die dessen Erwartungen entspricht.

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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