Whitney – Light Upon The Lake [Album-Review]

Unsere Leben sollten immer leichter werden. Wir selbst sollten prinzipiell lieber ein bisschen weniger wiegen. Uns, um dieses Ziel zu erreichen, gesünder ernähren und uns insgesamt einfach etwas weniger fest binden – ganz generell. Casual ist das Zauberwort. Meistens, das muss man aber wohl leider zugeben, geht diese Leichtigkeit auf Kosten der Qualität. Es stellt sich schnell heraus, dass Süßstoff eben doch kein Zucker ist und Essen ganz ohne Fett nur noch einen letzten Hauch von Spaß macht. Die Leichtigkeit hat es also unverdient sehr schwer. Da ist es doch schön, dass Whitney ihr mit ihrem Debüt Light Upon The Lake eine musikalische Lanze brechen.Whitney Light Upon The Lake Album CoverDenn dieses Album ist nicht weit von der Schwerelosigkeit entfernt. Eventuell liegt das daran, dass die sonst so oft von außen verordnete Casualness sich bei Whitney ganz organisch durch alle Fasern von Light Upon The Lake zieht. Eigentlich arbeiteten Gitarrist Max Kakcek und Sänger und Schlagzeuger Julien Ehrlich nämlich an zwei unterschiedlichen Projekten, während sie zusammen in einem Apartment wohnten. Bis bei gemeinsamen Jam-Sessions und stetigem Ideenaustausch Songs wie On My Own und Dave’s Song entstanden und die beiden nach und nach realisierten, dass ein drittes, gemeinsames Projekt, Whitney, entstanden ist. Ganz aus Versehen.

Unter diesem gemeinsamen neuen Ich schrieben sie ab diesem Moment einen Song nach dem anderen, steckten mehr und mehr Energie in Whitney, gingen ins Studio und blieben ganz bewusst unperfekt und unkalkuliert. Jedenfalls auf den ersten Blick. Alle Songs auf Light Upon The Lake sind direkt auf Tape aufgenommen worden. Es gab also nicht die Möglichkeiten von unendlich vielen Takes und einer grenzenlosen Editierbarkeit der Aufnahmen. Viel mehr musste vor jedem Griff zur Gitarre, vor jedem Gang zum Mikrofon, ganz klar sein, was nun passieren sollte. Heraus kamen zehn Songs feinsten Folk-Pops, der manchmal gerne auch Indie oder eine bisschen Americana wäre. Zehn Songs, die in all ihrer verspielten Leichtigkeit teilweise trotzdem sehr direkt sind. Falsettgesang à la Bon Iver trifft straighte The Wooden Sky-Gitarren. Tiefe Melancholie trifft hippieeske Weltliebe. Klingt schwierig? Keine Angst, ist ganz leicht.

Whitney – Tourdaten:

  • 19.06.2016 Hamburg – Molotow
  • 20.06.2016 Berlin – Sommerloft @ //about blank
  • 23.06.2016 Münster – JuWi-Fest
  • 27.06.2016 Haldern – Haldern Pop Bar 
  • 28.06.2016 Jena – Café Wagner 
  • 11.08.2016 Haldern – Haldern Pop Festival
  • 25.10.2016 Köln – Blue Shell
  • 26.10.2016 München – Unter Deck
Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

One thought on “Whitney – Light Upon The Lake [Album-Review]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s