Das war unser Lunatic Festival 2016 [Live]

Als wäre nichts passiert, als wäre das Wochenende wie jedes andere gewesen, gehen die Dinge auf dem Campus der Universität in Lüneburg am Montag ihren Gang. Nur kleine Details weisen noch auf das Lunatic-Festival hin. Hier liegt noch buntes Konfetti im Gras und dort ist der Rasen niedergedrückt, wo die zwei Bühnen standen. So schnell, wie das Festival aufgebaut war, ist es auch wieder verschwunden. Es hinterlässt nur ein Glücksgefühl, den Nachklang der Musik in den Ohren und ein Lächeln auf dem Gesicht.

Freitag und Samstag war der Unicampus ein Festivalgelände. Als die Tore öffneten, herrschte eine  kribbelige Vorfreude überall auf dem Campus. Eröffnet wurde das Lunatic von dem Hamburger Rapper Afrodevinci. Der Freitag stand unter dem Stern der Musikrichtungen Hip Hop und Rap. Auf den ersten Akt folgte weitere Musik in diesen Genres und auch wenn es möglich gewesen wäre, jeden Künstler vollständig zu sehen, war es lohnenswert eine Pause einzulegen und die allgemeine Atmosphäre des Festivals zu genießen. Auf dem Teil des Lunatics, der sich Spielwiese nennt, hatten verschiedene Lüneburger Initiativen ihre Stände aufgeschlagen. Man konnte Beutel bedrucken, sich in der Shisha-Lounge entspannen und sich in einem winzigen Planschbecken abkühlen. Auch der künstlerische Teil des Festivals sollte nicht außer Acht gelassen werden. Über das gesamte Gelände verteilt, arbeiteten verschiedene Künstler an ihren Projekten. Im Laufe des Wochenendes entstand zum Beispiel ein Kunstwerk aus Tape an einem Stück des Absperrzaunes von der Street Art Gruppe TAPE ART.

Doch leider muss auch ein etwas negativer Aspekt an diesem Tag genannt werden. Das Publikum machte es den Musikern immer wieder schwer. Während der Konzerte wurde geredet und wollte man in Ruhe zuhören, musste man sich durch das Stimmengewirr in den vorderen und hinteren Reihen hören. Besonders bei dem Hauptakt dieses Abends, Akua Naru, wurde dies deutlich. Sie sang zu einer von Jazz, Blues und Soul geprägten Musik, doch wenige hörten zu.

Alles in allem jedoch, war der erste Tag ein Erfolg und hinterließ Vorfreude auf mehr. Einige ließen die Nacht noch bei der Aftershow-Party in der Stadt ausklingen, alle anderen freuten sich darüber nicht in Zelten auf einer Isomatte die Nacht verbringen zu müssen.

Ausgeschlafen und nach einem ausgiebigen Frühstück startete dann auch schon der zweite Lunatic-Tag. Dieser wurde von den Musikrichtungen Indie, Elektro und teilweise Rock dominiert. Den Auftakt gaben Unumgänglich, eine Band aus der Stadt, die den Bandcontest vor einigen Wochen gewonnen hatten. Später spielten Foxos, die mit ihren sphärischen Klängen eher in die Dämmerung oder zu einem Sonnenuntergang am Strand gepasst hätten, doch mit geschlossenen Augen auch an diesem Wochenende ein Highlight waren. Schnell danach ging es weiter mit der Meute, die mit ihrer Musik einmal um das gesamte Gelände wanderten und sich dadurch von allen anderen Bands abhob. Isolation Berlin gaben ihre Musik zum besten, regten zum Tanzen und auch zu Pogen an. Bei Kafka Tamura wiederum wurde es etwas ruhiger. Mit einer beeindruckenden Stimme und einem glasklaren Klang verzauberte diese Band das Publikum. Mein  persönliches Highlight waren Leyya. Das Duo aus Österreich mit den experimentellen Klängen lud zum ruhigen Zuhören, aber auch zum Tanzen ein. Zwar war es auch für sie schwer, das Publikum zu fesseln, doch mich hat diese Musik, die irgendwie aus einer anderen Welt zu kommen scheint, gefangen genommen. Eine komplett andere Stimmung herrschte bei Von Wegen Lisbeth, die alles zum Kochen brachten. Es wurde getanzt und gesungen und etwas erschöpft mussten alle erkennen, dass dies schon das vorletzte Konzert auf dem Lunatic gewesen ist. Den Abschluss bildeten dann Hundreds, die nach kleinen Anfangsschwierigkeiten, bei denen der Sound an Energie verloren zu haben schien, das Ende mit voller Kraft ertönen ließen.

Rückblickend war es ein fabelhaftes Wochenende, mit wunderbarer Musik, einer ausgelassenen Stimmung und in einer schönen Umgebung. Schon jetzt ist die Freude auf nächstes Jahr groß, wenn sich der Campus wieder einmal in ein Festivalgelände verwandelt und alle Besucher für einen Moment mit der Musik aus dem Alltag in eine andere Welt mitnimmt.

Charlotte

3 thoughts on “Das war unser Lunatic Festival 2016 [Live]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s