Thanks – No Mercy In The Mountains [Album-Review]

London. Es dämmert langsam. Den ganzen Tag war ich mit meiner Freundin unterwegs und  wir sind froh, endlich mit dem ganzen Touri-Kram durch zu sein. Uns überkommt die Lust noch etwas trinken zu gehen. Ein schönes Ale wäre nicht schlecht. Wir steuern auf den nächsten Pub zu, kehren ein und fragen den Mann an der Bar, ob er ein Ale für uns hätte. „Klar, natürlich!”, sagt er. “Aber wenn ich euch einen Tipp geben darf: Probiert mal das hier. Kommt aus Amerika und wenn ihr gerne Ale trinkt, werdet ihr dieses hier mögen.“ Wir zögern einen kurzen Moment und stimmen dann zu. “Ob das so eine gute Entscheidung war?”, fragen wir uns und warten auf unsere Durstlöscher. Immerhin ist Amerika nicht so für das Bier brauen bekannt. Der Barmann stellt uns jeweils eine Flasche auf den Tresen. Ich setze an, lasse gespannt den ersten Schluck meine Kehle herunterfließen und setze die Flasche ab. Es schmeckt ein bisschen nach meinem gewohnten Bier und doch irgendwie frischer und geschmacklich faszinierender. Wir bedanken uns beim Barmann, nehmen unsere Flaschen und setzen uns in eine gemütliche Ecke.

Thanks No Mercy In The MOuntains Album Cover

Könnte man den Sound des amerikanische Sextetts Thanks auf ihrem zweiten Album No Mercy in the Mountains schmecken, wäre die Erfahrung ähnlich. Die Band schlug bereits 2014 mit ihrem Debüt Blood Sounds Wellen in Europa. Nun kommen sie mit ähnlichem Sound und neuer Musik zurück.

Ihr Sound baut auf eingängige Melodien von Gitarre, Bass und Gesang. Auch Keys und Drums haben ein Wörtchen mitzureden. So ergeben sich vielschichtige Melodien, die selbst nach dem zehnten Hören noch immer genial klingen. Die Stimme der Sängerin tut ihr übriges, eckt an und wird Teil des Gesamtwerkes. Thanks scheinen Tüftler zu sein und bleiben trotzdem an der Einfachheit hängen. Es klingt nicht wirklich nach amerikanischer Musik, sondern eher nach Briten, die bekannt sind für Tüftelei und Verspieltheit. So springen die Songparts zwischen Südstaaten Rock’n’Roll, Soul und Britrock hin und her, verschmelzen am Ende der Songs und plustern sich richtig auf. Jeder der Tracks macht eine sehr interessante Veränderung durch.

Besonders Leute, die sich an den Arctic Monkeys oder Florence and the Machine schon satt gehört haben, sollten sich vorstellen, ich wäre der Barmann und dürfte ihnen, die noch immer nur Old Yellow Bricks oder Dog Days Are Over bei mir bestellen, eine Empfehlung aussprechen. Genau das tue ich hiermit und ihr solltet auf mich hören: Probiert Thanks. Es wird euch schmecken!

Patrick Salmen

Ich bin 23 Jahre, Student an der Uni Kassel, Musiker und Musikgenießer! Meine Lieblingsmukke bewegt sich irgendwo zwischen modernem Pop und klassischem Rock'n'Roll. Von mir könnt ihr immer Berichte und Reviews zu guten Bands aus dem Indie-Rock und Britpop erwarten.

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