Ωracles – Bedroom Eyes [Album-Review]

Sind Zeitreisen möglich? Also so wie in „Zurück in die Zukunft“ mit dem DeLorean? Hat sich doch jeder schon mal gefragt und sich vorgestellt wie das wohl wäre: Einfach mal die schwarz-weiße Vergangenheit in Farbe sehen oder auf legendäre Konzerte gehen. Aber wie wäre es wohl andersherum? Wie würden Bands der 70er oder 80er heute klingen, wenn sie mit ihrer Musik direkt ins 21. Jahrhundert katapultiert würden? Wahrscheinlich so wie Ωracles.Oracles_Bedroom Eyes_CoverDie 5-köpfige Formation Ωracles lässt alte Zeiten wieder aufleben. Sie verstehen sich als „musikalisches Kollektiv“ und genau das hört man auch auf ihrem ersten Album Bedroom Eyes. Entgegen jeder modernen Norm sind die Songs teilweise mal bis zu 6 Minuten lang, der Gesang verschwimmt im Sound der Chorus-Effekte und von Titel zu Titel wechselt auch gerne mal das Genre. Doch das scheint irgendwie gar nicht zu stören.

Schnelles „mal reinhören“ gelang mir gar nicht. Irgendwie bekam ich keinen Zugang zur Band und legte das Album erstmal zur Seite. Etwas später hatte ich einen freien Abend und nahm mir etwas mehr Zeit für Ωracles. Etwa 1 Stunde ist Bedroom Eyes lang – 12 Titel, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten. Und plötzlich fühlt man sich zurückversetzt in die Zeit, als Musik noch nicht von Normen bestimmt worden ist. Zwischen den 70er und 80er Jahren liegt die Band mit ihrem Sound und schlägt Brücken zu moderner Elektronika. Manchmal scheinen Parts in ihren Songs zu reifen wie guter Wein: Songs fangen ganz merkwürdig an und enden wohlklingend; es kann durchaus auch mal bis zu zwei Minuten dauern bis ein Instrumental- oder Solopart vorbei ist und trotzdem wirkt die Musik über die gesamte Länge frisch. Es mag dauern, aber irgendwann bekommt das Gefühl, dass man Ωracles verstanden hat.

Nach einer Stunde war Bedroom Eyes vorbei. Ich blieb noch eine Weile sitzen um meine Gedanken zu sortieren. Manchmal war ich ganz schön durcheinander. Wieder fragte ich mich: Wie würden wohl Bands klingen, die von einem Tag auf den anderen  30 oder 40 Jahre in die Zukunft zurücklegen. Ich bleib dabei: Wahrscheinlich so wie die Ωracles!

Patrick Salmen

Ich bin 23 Jahre, Student an der Uni Kassel, Musiker und Musikgenießer! Meine Lieblingsmukke bewegt sich irgendwo zwischen modernem Pop und klassischem Rock'n'Roll. Von mir könnt ihr immer Berichte und Reviews zu guten Bands aus dem Indie-Rock und Britpop erwarten.

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