Okta Logue – Diamonds And Despair [Album-Review]

Legt man Diamonds And Despair von Okta Logue auf, das am 15.04. bei Virgin/Universal erscheint, und hat zuvor noch nie von dieser Band gehört, entsteht im Kopf nach – sagen wir mal spätestens einer Minute – das Bild einer richtig coolen amerikanischen Band, die in ihrer Freizeit an der Westcoast in der Sonne chillt. Ein wenig erinnert schon der Opener Pitch Black Dark an The Neighbourhood, die genau da her kommen, wo man auch die Heimat von Okta Logue vermutet.

Doch dieser erste Eindruck täuscht! Okta Logue kommen nicht etwa aus dem sonnigen Kalifornien, USA sondern aus dem staubigen Frankfurt, Hessen. Hier probt die vierköpfige Band um die Brüder Benno (Gesang, Bass) und Robert Herz (Drums) – ganz Schülerband-like – in deren Elternhaus. Genau dort konzipierten sie auch Diamonds And Despair, ihr drittes und letztes Album in der Gründungsbesetzung: Nicolai Hildebrandt (Keyboard) kündigte bereits vor einiger Zeit an, die Band verlassen zu wollen. Grund genug, sich nochmal richtig reinzuhängen!
Okta Logue Diamonds And Despair Album Cover
Auch wenn “konzipiert” so gar nicht Rock’n’Roll klingt, ist es wohl definitiv das richtige Wort für das was Okta Logue mit Diamonds And Despair geschaffen haben. Es ist jedenfalls nicht davon auszugehen, dass die Songs, die im Extremfall bis zu 12 Minuten lang sind, bei einer ruhigen Jamsession entstanden. Obwohl Okta Logue sich hauptsächlich vom psychedelic Rock der 60er und 70er inspirieren ließen, erinnert der Sound auf Diamonds And Despair nicht nur an die bereits erwähnten The Neighbourhood sondern auch an The Killers (Heroes Of The Night) und die Dire Straits (Under The Pale Moon). Mal sind es Nicolais Synths, die einen Song formen, mal Philip Melois Gitarre, mal Bennos Stimme. Ab etwa der Hälfte des Albums nehmen sich Okta Logue Zeit für ausführliche und eingängige Instrumentalsequenzen – Mark Knopfler lässt grüßen.

Eine Erklärung für ihren so amerikanischen Sound könnte die Verarbeitung der Eindrücke sein, die die Band gewonnen hat, während sie mit Neil Young und Portugal. The Man durch die Vereinigten Staaten tourte. Eine Erfahrung, die sie mit Diamonds And Despair und in neuer Besetzung hoffentlich wiederholen können.

Okta Logue – Tourdaten

04.05.2016 Berlin – Musik & Frieden

05.05.2016 Hamburg – Molotow

06.05.2016 Köln – Blue Shell

07.05.2016 München – Milla

09.05.2016 Wien – B72

Tobias Kolle

Lehramtsstudierender und leidenschaftlicher Musik(hör)er.

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