Carnival Youth – Propeller [Album-Review]

„Carnival means that you can be something that you want to be and we are what we want to be! And “Youth” because we’re very young.” Mit diesen Worten erklärten Carnival Youth vor zwei Jahren die Entstehung ihres Bandnamens in einem Interview mit bobe.me. Ein bisschen unmytisch und ernüchternd unspektakulär vielleicht, aber eben so, wie die Band sich zu dieser Zeit verstand. Unverbrauchter leichtfüßiger Indie-Rock, ausgestattet mit einem ausgewachsenen Quanten Neo-Folk und aus einem Land, das bis dahin eigentlich niemand großartig mit Musik in Verbindung gebracht hat – das war es wofür die vier Letten von Carnival Youth bisher bekannt waren. Ein Jahr nach ihrem Debüt werfen sie jetzt ihr mittlerweile zweites Studio-Album Propeller mit Schwung in die Regale und schon beim ersten Hören wird schnell klar: Es hat sich einiges getan bei der verkleideten Jugend aus dem Norden!Carnival Youth Propeller Album CoverSelbstverständlich finden sich auch auf Propeller nach wie vor die eingängigen Piano-Riffs und extrem tanzbare Songs, die als oberste Priorität das Tanzvergnügen des Hörers haben. Aber –  gut getarnt unter dieser dicken Schicht lieblichen Popvergnügens – fängt die Band um die Brüder Emils und Edgars Kaupers auf dieser Scheibe an zu experimentieren und auch mal ganz bewusst ein paar Zentimeter neben die, in der Vergangenheit gut ausgearbeitete, Kerbe „Indie“ zu schlagen. Hier mal ein düsterer Synthie, der doch etwas unerwartet um die Ecke kommt, da ein ungewohnt kryptischer Songtitel inklusive absurdem Songtext oder einfach eine im ersten Schrecken etwas unpassend klingende Bridge. Wo auf ihrem ersten Album No Clouds Allowed vielleicht noch die jugendliche Naivität und künstlerische Direktheit mitsamt daraus resultierender Einfachheit regierten, scheint der Anspruch, den Carnival Youth an sich selbst und ihre Musik richten, innerhalb der letzten Jahre deutlich gewachsen zu sein. Nach dem uninspirierten und etwas schüchternen „Youth, because we’re very young“ klingt Album Nummer zwei jedenfalls nicht mehr, sondern viel mehr nach „We’re young. But we’re growing!“

Carnival Youth – Tour 2016:

  • 06.05. Berlin – Badehaus
  • 07.05. Dortmund – FZW
  • 10.05. Hamburg – Knust
  • 11.05. Dresden – Beatpol
  • 12.05. Nürnberg – Muz
  • 13.05. CH-Rorschach – Treppenhaus
  • 14.05. CH-Lyss – Kufa
  • 16.05. A-Innsbruck – Weekender
  • 18.05. A-Wien – Chelsea
Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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