James – Girl At The End Of The World [Review]

Neulich: “Alter, hör dir das mal an!” – (es ertönt To My Surprise von James) “Krass! Wer ist das und wo kommen die her?”“Das sind James aus England.”“Cool! Klingt ganz frisch und unverbraucht. Wann bringen die ihr Debüt raus?”“Das ist die erste Single von ihrem 14. Album!”“OH!”

Das Album, Girl At The End Of The World, eben dieser Band aus Manchester, die seit mehr als 30 Jahren Musik macht, erscheint am 18.03. via BMG Recordings.

Ehrlich gesagt, es ist mir ein bisschen peinlich, noch nie etwas von James, die aus der Musikgeschichte des Vereinigten Königreichs überhaupt gar nicht wegzudenken sind, gehört zu haben. Allerdings: Der ganz große internationale Erfolg blieb bislang aus. Bands wie die Stone Roses, Radiohead und Coldplay spielten in den 80ern, 90ern und frühen 2000ern im Vorprogramm von James und überholten sie jeweils kurz danach sowohl kommerziell als auch in ihrer nationalen und internationalen Bekanntheit.

Umso beeindruckender, dass sich James davon über die Jahre scheinbar nicht haben unterkriegen lassen und was sie stattdessen mit Girl At The End Of The World, ihrem sage und schreibe 14. Album (!), geschaffen haben! Nicht zu Unrecht sagen sie selbst über dieses Album, dass es das beste sei, das sie je gemacht hätten. Ihren so jung anmutenden meist rockigen Sound verdanken sie zum Großteil Sänger Tim Booth, der Walter White fast zum Verwechseln ähnlich sieht und trotz seiner mittlerweile 56 Jahre noch immer so klingt, wie in Sit Down, James’ größtem Single-Erfolg vor mehr als 20 Jahren. Dazu kommen stampfende Discobeats in Surfer’s Song, mitgröl-Synthis in Attention und riffige Gitarren in To My Surprise.

James Girl At The End Of The World Cover

Textlich bewegen sich James auf Girl At The End Of The World zwischen Liebe zur Freiheit – „I’m in love with the fever of life… I’m in love with the freedom of speech…“ (Bitch), der Größe der Liebe – „Love comes to heal the broken, her house is always open“ (Move Down South) und Wut auf Uneinsichtigkeit – „Were you just born an arsehole?“ (To My Surprise). Nach so langer Zeit hat diese Band offenbar noch immer nicht alles gesagt.

Produziert wurde das Album übrigens auch mit Hilfe von Brian Eno, der unter anderem maßgeblich für den großen Erfolg der James-Alben Laid und Millionaires in UK mitverantwortlich ist, an den Girl At The End Of The World hoffentlich anknüpfen wird. Verdient wäre es bei einem solchen Album nach über 30 Jahren im Musikgeschäft auf jeden Fall!

Tobias Kolle

Lehramtsstudierender und leidenschaftlicher Musik(hör)er.

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