Deep Sea Diver – Secrets [Review]

Heute veröffentlichen Deep Sea Diver mit Secrets endlich ihr zweites Album. Das Erste seit sich Sängerin Jessica Dobson endlich vollständig ihrem ehemaligen Soloprojekt hingab und ihren prestigeträchtigen Job als The Shins’ Gitarristin an den Nagel hing. Statt beim Major, das Jessica nach zwei nie veröffentlichten Alben leichtsinnig rauswarf, kommt die Platte über das bandeigene Label High Beam Records in die Regale, Download- und Streaminglisten der Welt.Deep Sea Diver Secrets Album CoverWahrscheinlich hätten Deep Sea Diver ein einfaches Popalbum machen und Secrets die klischeehaftesten Geschichten in den simpelsten Strukturen erzählen können und trotzdem würde sich dieses Album rasend schnell herumsprechen. Statt sich einfach an der simplen Rhetorik und Symbolik von Geheimnissen zu bedienen und sich damit ein wenig zwischen leicht bekömmlichen Harmonien zu suhlen, packen die vier Seattler zehn Songs auf diese Platte, die bittersüßer nicht sein könnten! Weder musikalisch, noch textlich.

„These eyes, they don’t know how to cry, but they know how to burn you up! But they know how to tare you down!”

Und spätestens, wenn wieder einmal aus einem vermeintlich verspielten Popsong mit niedlicher Synthiemelodie plötzlich ausgewachsener Rock wird, sich der Bass mühelos, aber mit dem nötigen Nachdruck in die Beine drückt. Wenn die anfänglich leicht dudeligen Gitarren innerhalb eines Wimperschlags in eben genau der richtigen Dosis kreischend übersteuern und anzudeuten wagen, was als Anarchie im Pop gerade noch machbar ist, und wenn sich dann auch noch die glockenklare Stimme von Jessica Dobson über alles legt, es bändigt und den Fokus gegen jeden Widerstand vollständig auf sich zieht, dann ist endgültig der Moment erreicht, in dem sich die Frage nach dem Warum fast mit Gewalt den Weg ins Bewusstsein bahnt: Warum kennt die hier noch niemand? Warum steht das nicht schon viel länger in meinem Plattenregal? Und warum hör ich sonst eigentlich so mittelmäßige Musik?

Kurz: Wenn man Secrets von Deep Sea Divers das erste mal hört, dann verflucht man den Albumtitel und erzählt es jedem den man kennt – und zwar so schnell es geht!

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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