Vimes – Nights In Limbo [Review]

Der Elektropop hat es nicht leicht. Aber wie auch. Man denke nur kurz zurück an das, was vor der Jahrtausendwende aus den Radios der Welt tönte und in welchen Songs gerade in den 80ern Synthies und Drum-Machines für das ein oder andere Verbrechen an den Gehörgängen der Menschheit herhalten mussten. Mit Nights In Limbo veröffentlichen Vimes an diesem Freitag jetzt aber ein Album, das die bisher so klebrige Modern Talking Peinlichkeit hoffentlich endgültig aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängen kann und dem zu unrecht hinkenden Genre vielleicht wieder etwas auf die Beine hilft!Night In Limbo Artwork CoverIn den 13 Songs, die das Kölner Elektropop-Duo zusammen mit Humming Records und Rough Trade am 12.02. in die Läden bringt, beweisen Julian Stetter und Azhar Syed eindrucksvoll, dass Einsen nicht immer gleich Einsen und Nullen gleich Nullen sind, wenn es um Musik geht. Wo andere plumpen Pop auf Platten pressen, zeigen Vimes in jedem der 13 Tracks, die es auf Nights In Limbo geschafft haben, ihre Liebe zum Sound von Synthies und der unheimlichen Größe von ausufernden Instrumentalverirrungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie ihre Musik, wie im Opener Mind, im leichten Popgewand, mit wohlklingendem Chorusstimmchen in sicheren Songstrukturen durch die Boxen schicken, oder sich in riesigen, gerne auch mal ein wenig verkopften Soundwelten in über 7 Minuten langen Tracks wie Kyra verlieren.

Aber eben diese Stellen sind es an dem sie auch mich das ein oder andere Mal verlieren, einen Moment orientierungslos verwirrt im Dickicht von Bits und Bytes stehen lassen, um mich einen Augenblick später dankbar wieder aufzusammeln. Wo andere eben plumpen Pop auf Platten pressen, der 30 bis 40 Minuten spannend ist und es mir leicht macht bis zum Schluss zu folgen, stellen Vimes mit über einer Stunde Spielzeit einen echten Longplayer und damit auch eine kleine Herausforderung in die Regale. Und es mag sein, dass ich einfach nicht trainiert genug bin, aber Nights In Limbo fühlt sich an wie der Marathon unter den Alben dieses Jahres. Mit der typischen anfänglichen euphorischen Begeisterung, ein paar kurzen Durststrecken mittendrin, aber eben auch einem erhabenen Gefühl am Ende!

Vimes Tourdaten:

  • 09.03.16. Aachen, Kulturbunker
  • 10.03.16. Duisburg, Steinbruch
  • 11.03.16. Köln, Gebäude 9 * Record Release Show *
  • 12.03.16. Stuttgart, 1210
  • 14.03.16. München, Milla
  • 15.03.16. Mainz, Schon Schön
  • 16.03.16. Luxemburg, De Gudde Wëllen (L)
  • 17.03.16. Nürnberg, Stereo
  • 18.03.16. Dresden, Paula
  • 19.03.16. Berlin, Musik & Frieden
  • 23.03.16. Hamburg, Häkken
  • 24.03.16. Hannover, Lux
  • 30.03.16. Düsseldorf, FFT
Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s