The Weather Machine – Peach [Review / Stream]

Folk-Pop-Alben kranken oft an den Grenzen ihrer traditionell simplen Instrumentalisierung, die zwar im besten Fall enorme emotionale Tiefe erreichen kann, aber am Ende eben doch irgendwie immer wieder gleich klingt. Für alle, die dem widersprechen: Man höre die ersten beiden Mumford & Sons Alben und behaupte das Gegenteil. Umso spannender ist es deswegen, wenn sich ein Album wie Peach von The Weather Machine nach dem ersten Eindruck und vermeintlichem Einstieg in den Folk-Zug, in eine Reise durch straighte E-Gitarren, Streicher, Bläser und sogar ein paar Elektrosounds verwandelt!The Weather Machine Peach CoverHört man mit Wild West Coast den schon fast klischeehaft folkig betitelten Opener vom zweiten selbstveröffentlichten Album Peach von The Weather Machine, das am 05.02 endlich auch in die Europäischen Plattenläden kommt, ist das Urteil schnell gefällt: “Ahh, Folk. Kenn ich. Kann man eigentlich immer ganz gut hören”. Wie sehr man das, was die fünf Männer um Sänger Slater Smith auf Peach in zehn Songs abliefern, mit dieser Aussage unterschätzt und in eine viel zu enge Schublade stecket, wird allerdings spätestens im dritten Song Lilium klar, der mit einem fast unverschämt präsenten Bass, mehrstimmigem Gesang, Cello und einem allgemein sehr perkussiven Arrangement eher an eine Symbiose von Klassik und Pop à la Other Lives erinnert.

“My Friends never really liked you, but your friends didn’t like me either. So can I come over? No, it’s probably not a good idea.”

In den nächsten sieben Songs beweisen The Weather Machine dann endgültig, dass “Folk-Pop” zum Beschreiben dieser Platte viel zu klein gedacht ist. Erst packen sie mit Wannabe Cowboy dreieinhalb Minuten sehr straighten Rock auf Peaches, um direkt danach im Titelsong mit elektronischen Beats, ein paar Synthies und einem ordentlichen Electronica-Schlag alle Bemühungen der Einordnung zwecklos erscheinen zu lassen. Der plötzliche Bombast und versprühte Big-Band-Charme im Outro vom leicht schizophrenen Breakup Song überrascht dann schon fast nicht mehr. Welches Genre Peach jetzt wirklich am besten beschreibt, spielt am Ende doch auch keine Rolle.

“As long as we get along”

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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