Hinds – Leave Me Alone [Review]

Es gibt eine Phrase, deren Sinnhaftigkeit mir schon immer ein Rätsel war: “Den Keller aufräumen” – wieso unbedingt etwas in Ordnung bringen, das in seiner natürlich Entstehung eben heillos durcheinander ist. Ist es denn nicht das was den Keller ausmacht? Wer keinen Keller hat, darf an dieser Stelle natürlich auch romantisch verklärt an seine Garage denken. Und um den eigenen Gedanken etwas Nachdruck zu verleihen gerne Leave Me Alone von den Hinds hören.

18 Monate ist es her, dass die beiden Hinds’ Frontfrauen Ana Perotte und Carlotta Cosials mit Blossom ihren ersten Song ins Internet luden – damals hießen sie noch Deers und waren als Duo, statt Band unterwegs. Seitdem bereiten die beiden, zusammen mit Schlagzeugerin Amber Grimbergen und Bassisitin Ade Martin, Musikbloggern, -journalisten und Tastemakern weltweit, durch die Angst den neues Coup der Band zu verpassen, schlaflose Nächte.

Hinds_LeaveMeAlone

Und jetzt ist es endlich soweit: Am 08.01 veröffentlichen die vier Mädels aus Madrid bei Lucky Number Records / Rough Trade ihr langersehntes Debütalbum Leave Me Alone. Um es kurz zu fassen: Imperfektion und Durcheinander klangen schon lange nicht mehr so schön. Verstimmte Gitarren, Gelächter im Hintergrund der Aufnahmen, chronisch übersteuerter Gesang. Auf dem Debüt der Hinds fühlt sich nichts von alldem falsch, oder fehl am Platz an. Dieses Album klingt schlicht nach Garage! Und nicht nach einer mit protzigem Auto in der Mitte und sortierten Regalen an der Wand, sondern nach rostigen Gartengeräten, alten kaputten Mopeds, einem Haufen Werkzeug an der Wand und einem Schlagzeug mit zwei Gitarren- und einem Bassverstärker irgendwo dazwischen. Für Hinds wahrscheinlich das perfekte Setting, um ihre rotzige Interpretation von Popmusik zu machen, die sich traut nicht zu dem zu passen, was die Welt von einer Band, die aus vier jungen Frauen besteht, erwartet.

“We said: Fuck it! I like this song like this, so we’re going to do it like this.”
Carlotta Cosials @Interview Soundyoucansee

Hinds Tourdaten:

  • 15. Januar – Berlin, Lido
  • 16. Januar – Hamburg, Molotow
  • 17. Januar – Frankfurt, Zoom
  • 19. Januar – Zürich, Bogen F
  • 25. Januar – Wien, B72
  • 26. Januar – München, Milla
Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

2 thoughts on “Hinds – Leave Me Alone [Review]

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