Hippo Campus – The Halocline EPs [Review]

Warum die eigene Musik auf zwei getrennten EPs innerhalb von wenigen Monaten veröffentlichen, wenn sie auch auf einer gemeinsamen Platte wunderbar, wenn nicht sogar besser als getrennt, funktionieren würde.

Hippo Campus werden gute Gründe für ihre Entscheidung gehabt haben, trotzdem bin ich froh, dass sie ihre South-EP und ihr Debüt Bashful Creatures jetzt nochmal als Doppel-EP veröffentlichen und damit unter dem Namen The Halocline EPs elf unglaublich gute Indie-Songs auf eine Platte pressen lassen. 

Gerade erst 21 geworden und plötzlich in der Lage legal Alkohol zu trinken, starten die vier Jungs aus Minnesota Mitte des Jahres mit ihrer ersten EP Bashful Creatures ihre ersten Gehversuche als Band und liefern direkt 6 Songs, die als Start wohl schwer zu übertreffen sind. Bass und Schlagzeug klingen wie aus einem Guss und stellen sofort klar, dass es sich hier nicht um eine Platte handelt, die man in Ruhe auf dem Sofa hört. Stattdessen zeigt Bashful Creatures die Macht eines guten Gitarrenriffs über meine Mimik und Beine – Frontmann Jake Luppen und Gitarrist Nathan Stocker beweisen immer wieder ihr unglaublich gutes Gespür für Melodien und das richtige Maß an Verspieltheit an ihren Instrumenten. Das ist der Inbegriff von Sorglos-Indie!

Hört man 3 Monate später den ersten Song ihres Zweitwerks South-EP bekommt man dann schnell das Gefühl, dass sie da etwas beweisen wollen. Fette Gitarren, rauchiger Gesang, eine sparsame Leadgitarre, deutlich weniger kindliche Verspieltheit und eine unerwartete Portion Epos. Hippo Campus wollten zeigen, dass sie mehr können, als die unbesorgten Spaßmacher und ewigen gute Laune Musiker zu sein; diese EP klingt erwachsen! Klar, vielleicht mit etwas zu viel Chorgesängen, etwas zu viel Stadion und eventuell zu wenig Club im Vergleich zu Bashful Creatures, aber plötzlich schwirren Namen wie Mando Diao oder hier und da sogar Coldplay beim Hören durch den Kopf.

Auf The Halocline EPs zeigen sie jetzt beide Seiten und liefern damit ein grundsolides Indie-Album. Vielleicht hätten sie es gleich so machen sollen.

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s