Paul Smith – Postcard of a unique concert [Live]

Gastbeitrag von Oliver Morawietz – The Smiths-Plattensammler, Whiskyliebhaber, macht beruflich irgendwas Technisches.

The Class of 2005! Was war denn das noch mal? Die Antwort: Der Begriff steht für eine musikalische Bewegung, die im Jahre 2005 den Indierock neu definierte. Die Attacke aus Großbritannien traf mich damals mit voller Wucht!

Bloc Party, The LibertinesArt Brut, Kaiser Chief und vor allem Maximo Park mit ihrem Debütalbum A Certain Trigger waren für mich die Bands der Stunde.

Damals hatten wir das Glück ein grandioses Konzert  im November des besagten Jahres in der Großen Freiheit in Hamburg zu sehen. In vorderster Front ein energiegeladener Paul Smith, der in fast diabolischer Art und Weise, knappe 50 Minuten wie ein Wirbelsturm über die Bühne fegte und das Publikum, mit kleinen rund geformten Mündern erstarrt, zurück ließ.

Die Erinnerung an dieses berauschende Konzert klingt noch heute nach und hat mich dazu bewegt, spontan an einem spätsommerlichen Abend das letzte Deutschland Konzert von Paul Smith & The Intimations im Molotow Club auf der Reeperbahn zu besuchen – zum Glück!

Das Vorprogramm gestaltete Devon Sproule (eingereist aus Austin-Texas), die es  mit Hilfe ihrer Gibson ES-125 (Baujahr: 1954) verstand, die angenehm entspannte Club-Atmosphäre mit ihrer Solo-Performance zu verzaubern. „Schön, dass es so etwas noch gibt!“ Die Präsentation ihres grandiosen Singer-Songwriter Materials wurde kurzerhand von Paul unterstützt, da Devon im Zuge der Tour aufgrund einer Erkältung immer mehr an Stimme verloren hatte.

Nach einer kaum spürbaren Umbaupause betraten Paul Smith und der Rest der Intimations mit verschmitztem Lächeln die Bühne. Mit dem Starter „The Deep End“ sah man sofort wippende Hüften und ein zufriedenes Publikum. Die unglaubliche Spielfreude von Paule und seiner angenehmen Truppe erzeugte eine relaxte Stimmung, die sich bis zum Ende des Konzerts halten sollte. In seinen Ansagen berichtet er über den Touralltag sowie über einen Deutschkurs, den er auf der Insel absolviert hat. Während der bescheidene Sänger sich für sein „schlechtes Deutsch“ entschuldigt, erklingen die ersten Takte von People On Sunday –  inspiriert durch den deutschen Stummfilm Menschen am Sonntag aus den 30er Jahren. Ein Stück, das er anlässlich der aktuellen Tour komplett auf deutsch singt. Loveley!

Ein nicht unwesentliches Detail: der Gitarrensound der „Fender Jaguar“ von Paul Smith erzeugte das gewisse Etwas und ist aus meiner Sicht ein wichtiger musikalischer Baustein der gesamten Corporate Identity der Band. Nicht zu vergessen das melodiös-treibende Zusammenspiel mit der Bassistin Claire Adams; nennen wir sie doch einfach „Dynamic Claire“!

North Atlantic Drift vom 5 Jahre zuvor erschienen Solo Debütalbum Margins brachte dem entspannten Molotow-Club-Publikum eine in Vergessenheit geratene Songperle in Erinnerung. Der Applaus zum Hit Break Me Down entlockte sogar dem ansonsten sehr zurückhaltenden, genialen  2. Gitarristen Paul Rafferty (von Hot Club De Paris) ein müdes Lächeln.

Die Interpretation der Liveversionen war – im Vergleich zu den Studioaufnahmen des aktuellen Albums Contradicitions – insgesamt rauer und immer etwas flotter. Das Hauptprogramm ging dank des anhaltenden Applauses gleich über in den Zugabenteil: Der Maximo Park Song I Haven’t Seen Her In Ages war Teil eines tollen Finales für einen nachhaltig beeindruckenden Abend mit Paul Smith & the Intimations!

In einem persönlichen Gespräch am Ende des Konzerts blieb mir nur noch zu sagen:

„Thanks Paul for this unique concert and your art at any events! Take good care, looking forward to seeing you again, soon!“

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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