Say Yes Dog – Plastic Love [Review]

Die Sonne scheint. Trotzdem ist es kühl. Es windet ein bisschen. Es wird Herbst. Endlich. Endlich Zeit sich wieder zu hause zurückzuziehen und sich in ruhiger, melancholischer Musik zu verlieren.

Den Sound dazu liefern Say Yes Dog, die gerade ihr Debütalbum Plastic Love herausgebracht haben.

Zunächst würde man bei der nun folgenden Beschreibung ihrer Musik sicher nicht an Melancholie, Ruhe oder eine trübe Jahreszeit wie den Herbst denken – es handelt sich um tanzbare elektronische Musik mit vielen Synths, kraftvollen Beats und brummenden, wummernden und kratzenden Bässen. Sie zaubert einem durchaus ein Lächeln ins Gesicht und reißt irgendwie mit. Doch genauso entstehen eine gewisse innere Ruhe, Nachdenklichkeit, es legt sich eine warme Schwere auf’s Gemüt. Man sitzt einfach da, eingeschmolzen in Plastik, und lauscht.

Schon ihre 2013 erschienene A Friend – EP ging in eine ähnliche Richtung. Nach dem Dockville 2014 lief sie in der Dauerschleife. Trotzdem ist nicht klar, was genau diese Musik ausmacht. Beim ersten Hören fällt es schwer, sich auf sie einzulassen und ihr einen Reiz abzugewinnen. “Nothing special”, wie es in A Friend heißt, das sich an fünfter Stelle auf Plastic Love befindet.

Vielleicht ist es ihre Raffinesse, die sich erst nach mehrmaligen intensivem Hören offenbart. Vielleicht auch, weil das, was nach Plastik klingt gar kein Plastik ist, sondern Glas, das mit Bedacht und eben Liebe in Form gebracht wurde. Denn: Auch wenn sich Say Yes Dog vermeintlich so anhören, als kämen sie aus der Dose, legen sie sehr viel Wert darauf, nicht zu samplen und setzen stattdessen auf live eingespielte Drums, Bässe und echte Synths. Vielleicht ist es das. Vielleicht auch nicht. Letztendlich ist es dann eben einfach so, dass sich “I’m gonna give you what you need; I’m gonna make you love” bewahrheitet und die Antwort auf die Frage “Would you be my girlfriend?” tatsächlich “Ja” ist.

Tobias Kolle

Lehramtsstudierender und leidenschaftlicher Musik(hör)er.

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