Wild Ones – Keep It Safe [Review]

So ein Bandname hat jede Menge Funktionen zu erfüllen: Er sollte gut ins Ohr gehen und für jeden leicht zu merken sein; er sollte leicht zu schreiben sein, damit ihn auch wirklich jeder ohne großen Aufwand in den Tiefen des Internets finden kann; natürlich sollte er zu Identität der Band und ihrer Musik passen. Und am Ende am besten auch noch gut klingen!

Obwohl den sechs Mitgliedern von Wild Ones all das sicher bewusst war, sind sie eine dieser Bands, bei denen ich vor dem ersten Drücken des Playbuttons etwas anderes erwartet habe: Wahrscheinlich jede Menge stark verzerrte E-Gitarren, einen tiefen rollenden Bass. Vielleicht einen schreienden Sänger und eine laute laute Schlagzeugwand. Vielleicht ein wenig klischeebeladen, aber ich dachte an Musik, die irgendwie nach verschwitzen Männern klingt.

Stattdessen bekam ich ein geradezu tänzelndes Schlagzeug, liebevoll arrangierte, leichte Synthie-Melodien, Klavier, verzerrte Gitarren als bewusstes Stilmittel statt gesamtem Stil und die wunderbar helle, feine Stimme von Sängerin Danielle Sullivan, die mich sofort von dieser Band überzeugten – auch, wenn der Name noch so irreführend ist!

Ob zu Elektro-Beat und einem Bass, der Daft Punk vor Lässigkeit zittern ließe in “Paia”, oder einem trocken aufgenommenen Klavier im Namensgeber “Keep it Safe”, funktioniert Danielle Sullivans Stimme hervorragend! Sie ist das bindende Glied zwischen den sehr abwechslungsreichen Songs einer Band, in der ehemaliger Punkmusiker auf einen klassischen Komponisten trifft und die beschließt Musik zu machen, die manchmal ein wenig nach den Achtzigern klingt.

“Keep it Safe” heißt das Debütalbum der sechs Musiker aus Portland, an dem sie, komplett in Eigenregie, zwei Jahre gearbeitet haben und auf dem sie in 11 Songs zeigen, dass ein Pop-Album auch als DIY-Projekt funktionieren kann und Synthies nicht zwingend nach Hochglanz und Konservendose klingen müssen!

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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