James Hersey – Clarity [Review]

Eine lässig geschrammelte E-Gitarre bahnt sich ein wenig unbeholfen den Weg aus meiner Anlage. “Don’t Say Maybe” heißt das Lied, das sie anstimmt. Es ist der Opener des Albums “Clarity”, dem Debüt des Austro-Amerikaners “James Hersey”, der beim Kasseler Label “Lichtdicht Records” unter Vertrag steht. Mit Einsetzen des Gesangs nimmt sie rundere, definiertere Züge an, verliert jedoch nicht an Lässigkeit.

Sie fügt sich unter James Herseys Stimme, die hörbar vom HipHop geprägt ist – “She said, I need you to move on…”. Hinzu kommen ein fetter Synthbass und ein Schlagzeug, im späteren Verlauf des Albums auch mit elektronischen Elementen, und fertig ist der Electro-Pop-Singer-Songwriter-Sound James Herseys.

Von anderen Singer-Songwritern hebt sich James Hersey definitiv ab! Auf “Clarity”, das Anfang 2015 erschien, fängt er seine entspannte Art Musik zu machen, die man zuvor schon in einigen Live-Videos auf Youtube zu hören bekam, sehr gut ein. Schon beim ersten Hören, wirkten alle 12 Lieder ungewöhnlich vertraut auf mich. Ungewohnt waren jedoch die Synthbässe und auch andere Synthelemente, die sich plötzlich in den sonst handgemacht klingenden Sound einmischen, ihn insgesamt aber auch ausmachen. Zudem wirkt das “Interlude (by Narou)” irgendwie fehl am Platz. Wie für Singer-Songwriter üblich, hat seine Musik zwar einen leichten melancholischen Touch, trieft aber nicht vor Selbstmitleid und Herzschmerz, sondern klingt einfach nur lässig, entspannt und leicht.

Deutlich zu hören ist, wie schon angedeutet, dass James Hersey sich in seiner Jugend viel mit HipHop auseinander setzte. Seine Art zu singen erinnert ein wenig an Cro. Sehr melodiös und doch irgendwie gerappt wirken seine Zeilen auf mich und gehen gut ins Ohr.

“Clarity” ist ein sehr solides Debütalbum geworden, das nicht nur wegen seiner musikalischen Qualität zu empfehlen ist, sondern auch, wenn man den Aufstieg “Lichtdicht Records’” verfolgen möchte. James Hersey reiht sich dort neben den mittlerweile weltbekannten Milky Chance und der noch sehr unbekannten Band Kafka Tamura ein, von denen er sich stilistisch deutlich unterscheidet. Gemeinsam hat er mit ihnen jedoch, dass er Musik macht, von der man noch länger etwas hören wird!

Tobias Kolle

Lehramtsstudierender und leidenschaftlicher Musik(hör)er.

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