We Walk Walls – Opportunity [Review]

Die Hauptstadt südlich der Alpen entwickelte sich in den letzten beiden Jahren fast zum neuen Skandinavien – so viele gute Musik schwappte in jüngster Vergangenheit aus Österreich nach Deutschland – Bilderbuch, Wanda und für eingeweihte We Walk Walls. Letztere beweisen mit ihrem neuen Album “Opportunity”, dass Musik aus Österreich auch ganz ohne übertriebene Extravaganz, allgemeine Rotzigkeit und Falko-Attitüde auskommen kann.

Irgendwo zwischen New Wave, Indie und Pop bewegen sich die 10 Songs, die Silvio  Haselhof,  Patricia  Ziegler,  Maze  Matik  und  Stefan  Elsing innerhalb von 4 Monaten in einem, in meiner Vorstellung dunklen und stickigen, Kellerstudio irgendwo in Wien aufgenommen haben.

Eigentlich 8 Songs, die eingerahmt von “Exploration” und “Exploitation” alles zwischen kleinen Lügen und existenziellen Fragen – “Is this your live? Is this the place? Is this the life, you want to lead?” – abdecken und mit “Opportunity” in der Mitte des Albums ein leichtes Konzeptalbum-Gefühl aufkommen lassen.

Dabei springen die vier Wiener innerhalb von knapp 40 Minuten zwischen riesigen hymnentauglichen Refrains und reinsten Indie-Pop-Passagen, ohne ein einziges Mal den roten Faden zu verlieren. Alles passt zusammen, hat einen gemeinsamen Nenner, ohne ein einziges mal Langeweile aufkommen zu lassen.

Der Bass drückt, wenn er drücken muss, das Schlagzeug geht teilweise weit über das simple “Bum-Tschack” hinaus und der Gesang von Silvio und Patricia legt sich perfekt auf die Synthie-Sounds. Zwischendurch dann immer wieder diese komplett unerwarteten Instrumente, wie Geige, Cello, Xylophon und Harfe, die quasi die Sahne auf der Kirsche auf der Sahne sind.

We Walk Walls beweisen mit diesem Album, dass lange Studiozeiten nicht zwangsläufig in Überproduktion und Verdrängung des Wesentlichen enden müssen und liefern mit “Opportunity” ein Album, das meiner Meinung nach direkt neben “Schick Schock” und “Amore” von ihren Wiener Kollegen gehört!

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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