Wooden Peak – Polygon EP [Review]

Vor ein paar Woche bin ich auf eine Band gestoßen, bei der ich zwar sofort sicher war, dass sie einen Platz auf Reissnadel verdient hat, die aber erst noch ein wenig auf mich wirken musste, denn ihre Musik ist so feingliedrig und so vielschichtig, dass ich sie nach dem ersten Hören direkt mochte, aber selbst nach mehrfachem Hören ihrer neuesten EP, immer noch ständig neue kleine Details entdecke und mich frage, wie das vorher nicht auffallen konnte!

Bei der Band handelt es sich eigentlich um ein Duo. Genauer gesagt ein Duo aus Leipzig.
Unter dem Namen Wooden Peak machen sie zu zweit seit über sechs Jahren Musik und haben Anfang dieses Jahres ihre neueste EP “Polygon” beim Leipziger Label und Künstlernetzwerk Analogsoul veröffentlicht.

COVER

Auf ihren ersten drei Platten haben Sebastian Bode und Jonas Wolter die Möglichkeiten, die sie zu zweit hatten, so weit es geht ausgeschöpft und auf Schlagzeug, Gitarre, ein paar kleine Backtracks und eine Fußorgel gesetzt. Mit der neuen EP setzen sie eins drauf und aus dem Duo wird ein Quintett mit dem Klarinette, Posaune und Bass ins Studio kommen.

Die damit gewonnenen Freiheiten nutzen die Beiden aus, so gut es geht, und machen ihre Musik noch feiner und pointierter, als sie ohnehin schon war. So passiert es schon mal, dass man sich ab und an in den detailreichen Melodien irgendwo ganz hinten im Mix, während einer der wirklich wirklich langen Instrumentalteile, die die gesamte EP bestimmen, verliert.
Irgendwo, zwischen Bläsern, zweistimmigem Gesang, Flaschengeklimper, Bass und Schlagzeug, findet sich dann plötzlich eine fein gezupfte Melodie auf der Gitarre, oder den Synthies.

Vielleicht ist es deswegen so schwierig das Ganze einem Genre zuzuordnen, das das was man hier hört zusammenfassen kann. Manchmal klingt ein Intro nach Filmmusik, die auch “Ocean´s Eleven” entspringen könnte, nur um im nächsten Moment in ganz klarem Indie-Pop aufzugehen und dann irgendwas fast Jazziges zu werden.

Da ist es klar, dass man auch in keinem der 5 Songs eine klassische Popsong-Struktur á la Strophe – Refrain -Strophe -Refrain – Bridge – Refrain, Refrain, Refrain, Refrain, Refrain findet. Ich habe das Gefühl, die EP funktioniert eher wie klassische Musik – mit Themen, die fallengelassen, wieder aufgefangen und dabei natürlich ständig variiert werden. Besondern deutlich wird das im kompletten Instrumentalstück “Oleander”. Dem Song der EP, der für mich am besten funktioniert!

Und man muss sich erstmal trauen, von 22 Minuten, vier Minuten nur mit Instrumenten zu füllen!

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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