Pimf – Memo [Review]

„If you ain’t got a dream, you ain’t got nothing”, zitiert der Junge aus Hofgeismar, Kleinstadt bei Kassel, den US Rapper Meek Mill. Einen Traum hat sich Jonas aka Pimf mit seinem Debütalbum „Memo“ nun erfüllt. Eine Erfüllung, auf die der Rapper stolz ist und auf die er auch sehr stolz sein kann, denn “Memo” ist ein starkes Album geworden.

Hofgeismar – Small city, big dreams 

Pimf rappt auf “Memo” über sein Leben und seine Träume. Darüber, dass es egal ist, wo man herkommt und egal ist, was die anderen denken, sagen und machen, wenn man die Schule schmeißt. Mach einfach dein Ding und glaub daran. Dann wird es auch was! Schon mal gehört? Ja. Aber nichts so. Denn auf der anderen Seite gibt es da auch die, durch’s auf-Achse-sein verdrängte, Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und Einsamkeit, die ein Leben nach einem Schulabbruch so birgt, wenn alle anderen plötzlich an die Unis stürmen, während der Pimf irgendwie vor sich hintreibt, sich seinen Zielen nicht immer bewusst ist und vielleicht auch hin und wieder über sie hinausschießt. Diese andere Seite verleiht dem Album einen nachdenklichen, reflexiven aber dennoch lebensfrohen und sympathischen Charakter. Pimf fasst all das in Worte, die so einfach und fließend zusammengesetzt und daher gerappt sind, dass man leicht folgen und sich in ihnen und der, von Marq Figuli produzierten, musikalischen Untermalung verlieren kann und meinen könnte, es hätte sie schon immer in dieser Form gegeben.

Und jetzt hat er es geschafft, aus völliger (vermeintlicher) Perspektivlosigkeit heraus, ein Album zu veröffentlichen und sich selbst gezeigt, dass der Glaube an einen Traum viel größer sein kann, als die Angst vor dem Scheitern. Und falls es doch nichts wird, dann geht’s halt weg. Vielleicht zu Meek Mill nach Philadelphia. Oder halt nicht. Hauptsache alles gegeben. Hauptsache Spaß dabei gehabt. Denn neben den vielen autobiographischen Eindrücken, vermittelt “Memo” vor allem eines: Lebe deinen Traum! So abgedroschen das auch klingen mag, wenn wir mal ehrlich sind, werden nicht viele von uns irgendwann sagen können, sie hätten ihren Traum gelebt. Pimf macht genau das, läuft mit offenen Augen durch diese Welt und versucht Erfahrungen für sich und uns so festzuhalten, dass sie wie ein Erinnerungsfoto in unseren Köpfen Gestalt annehmen können. Der Albumname “Memo” kommt also nicht von ungefähr und so steht das Album, egal was auch kommt, immer für seinen persönlichen Traum, den er mit Anfang 20 zur Wirklichkeit hat werden lassen und als Erinnerung für sein zukünftiges Selbst: ‚Vergiss nicht zu träumen! Schöne Grüße.‘

Tobias Kolle

Lehramtsstudierender und leidenschaftlicher Musik(hör)er.

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