Bergfilm – Open Home EP [Review]

Elektro-Pop. Kein Genre, das auf Anhieb spannend klingt. Viel mehr irgendwie staubig und nicht so wirklich innovativ. Es erinnert an Schandtaten, die in den letzten Jahren so durch die Musikgeschichte gegeistert sind und viele Trash-Playlists wären ohne dieses Genre wohl undenkbar.

Umso besser, dass sich 2013 vier Jungs aus Köln unter dem Namen “Bergfilm” zusammengefunden haben um diesem Image ein wenig unter die Arme zu greifen und all den Staub und die schlechten Erinnerungen abzuschütteln.

Das gelingt ihnen mit ihrer ersten EP “Open Home” fantastisch! Neben dem wunderbaren Artwork, dass die Platte in meinem Regal zu einem der Hingucker werden lassen hat, gibt es vier Songs auf fast 20 Minuten. Das bedeutet lange Stücke und birgt die Gefahr, Langeweile zu verursachen. Aber alle Sorgen in diese Richtung sind absolut unbegründet!

Mich begeistert die Platte jedenfalls von den ersten bis zu den letzten Sekunden. Der Sound ist absolut überzeugend. Viel besser als ich es von einer Debüt-EP erwartet hätte, haben Produzent und Band die Musik in Szene gesetzt. Ich denke da als erstes an die, wunderbar prominent, neben dem Sound stehende Gitarre in “I Let You Roll”!

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Bergfilm liefern auf der einen Seite warme eingängige Synthie-Sounds, fetten Bass und treibende Drums (“So Wrong”), die es ein Leichtes werden lassen durch den Raum zu tanzen. Auf der anderen Seite ruhige Passagen, mit zurückhaltenden Vocals und einer Gitarre, die gerne an The XX erinnert (“Child”).

Die Instrumentalpassagen begeistern mich am meisten; Bergfilm sind genial darin die Spannung eines Songs im Outro nochmal zu komprimieren und schaffen Beats, die so gut sind, dass sie wohl dem ein oder anderen Liebhaber von elektronischer Musik die Freudentränen in die Augen treiben können!

Gerade deswegen ist es so erwähnenswert, dass die 4 auf der Bühne ganz bewusst auf jegliche Unterstützung eines Laptops verzichten! Dadurch erreichen sie eine Dynamik und Natürlichkeit, die man in diesem Genre sonst leider absolut vergeblich sucht.

Ein paar Synthies, ein Drumset und eine Gitarre; das ist alles was sie auf der Bühne brauchen.

Die Beste Nachricht, die mir die 4 haben zukommen lassen ist, dass sie an einem Album arbeiten, dass voraussichtlich im Frühling 2016 erscheinen wird. Die dazugehörige LP ist im Geiste auf jeden Fall schon vorbestellt!

 

Festival-Tour-Daten:

-07.08.2015 – Utopiastadt, Wuppertal

-08.08.2015 – Auf Weiter Flur Festival, Münster

-14.08.2015 – Neon Fields Festival, Haren

-15.08.2015 – MS Artville Manifest, Hamburg

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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