Golden Kanine – Perlen des MSG #2

Mit dieser Band begann quasi meine Musikschutzgebiet-Sozialsierung. 2010 spielten sie am Sonntag, an dem traditionsgemäß zu ruhiger Musik in Sesseln gelegen und der Kater bejammert wird. Diesmal aber nicht, denn schon nach zwei oder drei Songs fanden die Leute das, was es da zu hören gab aufstehens- und tanzenswert!

Golden Kanine! Wieder der Norden. Diesmal Schweden. Genauer gesagt Malmö!

Es war wieder eins dieser Konzerte, nach dem man schnell zum Merchstand läuft und hofft, dass noch nicht alle CDs weg sind! Auf Platte gab es ihr erstes Album leider nicht. Und wie ich mittlerweile herausgefunden hab, gab es von “Scissors & Happiness” zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nur 1000 Pressungen. Eine Vorsichtsmaßnahme der Band und Plattenfirma, die absolut unbegründet war, wenn man sich das, was auf dieser kleinen Plastikscheibe zu finden ist, anhört!

Man nehme eine normale Indieband, die zu etwas ruhigeren Stücken neigt und füge etwas Mandoline, Mundharmonika und vor allem jede Menge Bläser dazu und schon hat man den typischen Golden Kanine Sound, den ich absolut nicht in irgendein Genre einordnen kann. Wenn ich es müsste, würde etwas wie Lo-Fi-Indierock/Folk/Ska dabei rauskommen. Aber auch das trifft es irgendwie nicht wirklich.

Genau das ist es aber vielleicht auch, was dafür sorgt, dass ich auch nach mittlerweile 6 Jahren noch sehr regelmäßig an  mein erstes Wochenende auf dem MSG zurückdenke und “Scissors” eines meiner Lieblingslieder ist. Es gibt einfach keine andere Band, die Golden Kanine mit ihrem sehr eigenen Sound ersetzen könnte.

2011 kam dann das zweite Album “Oh Woe”. Sehr ähnlich zum ersten, daher nie in meine Plattensammlung gekommen. Ein Problem, das viele besonders klingende Bands bekommen. Wie soll man sich weiterentwickeln, ohne das Besondere zu verlieren?

Auf ihrer “neuen” Platte “We Were Wrong, Right?”, die Ende 2013 erschienen ist haben sie es dann aber definitiv geschafft. Deutlich klarere Strukturen innerhalb der Songs und insgesamt einfach indiemäßger. Alleine “No Fun” mit dem wirklich sehr schönen Gitarrenriff, auf dem das ganze Lied aufbaut, wäre ein Kaufgrund für mich gewesen! Aber auch das restliche Album überzeugt absolut! Mehr Schlagzeug, mehr Bass. Insgesamt einfach ein wenig druckvoller.

Ihren typischen Sound können sie dabei vor allem dadurch halten, dass viele der Songs schon seit Jahren existieren und es nur leider nicht auf “O Woe” geschafft haben. Hier finden “Plans”, “Madeleine” und “Jennifer” einen Platz und erden das ganze Album innerhalb des Golden Kanine Sounds.

Chris Umbach

Gründer von reissnadel.com - studierte, neben dieser Sache mit Musik, irgendwas mit Flugzeugen im Norden Deutschlands und geht, ab und an, auf orangefarbener Schwalbe auf Reisen.

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